06
Jul
2015

Bilder als Lehrmaterial: Gute Quellen, Urheberrecht und digitale Organisation

Herrscht auf Ihrem PC digitales Chaos? Neben dem Vorbereiten von Unterricht und Korrigieren von Klassenarbeiten bleibt oft kaum Zeit, den Computer aufzuräumen. Dann findet sich Lehrmaterial wie Bilder in x verschiedenen Ordnern, Dateien liegen wahllos auf dem Desktop, Dateinamen sind uneinheitlich und so weiter.

Das Chaos ist leider nicht nur unschön, sondern bringt auch einige Probleme mit sich: Es kostet vor allem Zeit – Sie brauchen zum einen länger, um die Bilder zu finden und zum anderen dauert es insgesamt länger, am PC zu arbeiten, weil andere Dateien durch Ordner-Chaos auch schwerer zu finden sind. Zudem können Copyright-Infos (insbesondere die Quelle) im Chaos verloren gehen. Backups sind natürlich auch schwerer zu machen, wenn das Material überall verteilt ist.

Die Sommerferien sind doch ideal, um Bildmaterial zu ergänzen, organisieren und sortieren.

Bildquellen

Wenn Sie Ihr Bildmaterial für den Unterricht noch ergänzen wollen, habe ich hier einige gute Quellen für Sie:

Alle Webseiten bieten kostenlose Bilder mit freier Nutzung. Außerdem gibt es natürlich noch die über 2000 Cliparts aus der Premium-Edition des Worksheet Crafters.

Copyright bzw. Urheberrecht

Die Kurzfassung ist:

Für den Schulunterricht gelten Sonderregeln (sogenannte „Schranken des Urheberrechts“), sodass Sie im Normalfall Bilder ohne Einwilligung verwenden dürfen. Ich habe das mal extradeutlich markiert, weil das viele Lehrende gar nicht wissen. Am besten geben Sie sicherheitshalber immer die Quelle mit an, auch wenn das gar nicht in allen Fällen erforderlich ist.

Wichtig ist aber, dass die Bilder nicht öffentlich zugänglich sind, zum Beispiel nicht auf einer öffentlich zugänglichen Schul-Webseite oder in einer öffentlichen Facebookgruppe gepostet werden. Papierkopien gelten dabei nicht als öffentlich zugänglich. Sie dürfen Bilder auch online stellen, allerdings nur, wenn die Verfügbarkeit eingeschränkt ist (zum Beispiel ein passwortgeschütztes Forum oder eine private Facebookgruppe für Ihre Schüler).

Die kompletten Regeln sind etwas komplizierter weil es einige Sonderfälle gibt, zum Beispiel falls auf den Bilder Privatpersonen abgebildet sind. Ausführlich können Sie sich unter anderem hier informieren.

Gratisprogramm zum Bilder Sortieren

Am Besten besorgen Sie sich ein kostenloses Programm, um Ihre Bilder zu sortieren. Ich würde Picasa empfehlen, eine gute Gratissoftware von Google, die Sie hier herunterladen können. Picasa gibt es zwar (noch) nicht offiziell für Windows 8, aber die aktuelle Version 3.9 läuft problemlos auch auf Windows 8.

Picasa Screenshot

Übrigens kann das Programm auch Bilder bearbeiten. Für unsere Zwecke ist aber erstmal wichtig, dass man damit Tags erstellen. Was das ist, erkläre ich im nächsten Abschnitt.

Organisations-System

Die Basis für eine übersichtliche Bilderorganisation ist eine gute Ordnerstruktur. Ideal ist EIN übergeordneter Bilderorder und in der nächsten Ebene zwei Ordner: Privat und Schule. Die Schulbilder können Sie dann grob in Unterordner sortieren, zum Beispiel Cliparts und Fotos und in der nächsten Ebene Menschen, Tiere, Landschaften und Gegenstände.

Eine ähnliche Aufteilung würde ich auch für den Bereich im Worksheet Crafter empfehlen, in dem Sie Ihre eigenen Bilder zu den Cliparts hinzufügen. Dort können Sie Ihre Bilder in mehrere Kategorien aufteilen (auf dieser Seite des Benutzerhandbuchs lesen Sie ganz unten, wie es geht).

Vergeben Sie eindeutige und konsistente Dateinamen, zum Beispiel Familie am Strand und Hund am Strand (statt Familie am Strand und picture-dog-4839-01).

Tipp: Integrieren Sie die Quelleninformation in den Dateinamen, dann kann sie nicht verloren gehen (zum Beispiel Familie am Strand_Jana Müller und Hund am Strand_Pixelio).

Als nächstes fügen Sie den Schulbilder-Ordner zu Picasa hinzu und vergeben Tags an die einzelnen Bilder. Ein Bild kann beliebig viele Tags haben. Benutzen Sie die Tags für grafische Eigenschaften wie schwarzweiß oder Umrissbild sowie für verschiedene Beschreibungsvarianten (z.B. StrandMeerFerienUrlaub) und einzelne Bildinhalte (z.B. TierHundBall).

Wenn Sie das mit allen Bildern machen, haben Sie eine Datenbank geschaffen, die Sie leicht und effektiv durchsuchen können. Dann können Sie sich in Sekundenschnelle alle Bilder mit einem Hund anzeigen lassen oder alle Bilder zum Thema Urlaub.

Wichtig: Das Ganze funktioniert nur, wenn die Tags wirklich einheitlich und fehlerfrei sind. Haben Sie sich bei einem Tag vertippt (bspw. Stand statt Strand), finden Sie das Bild nicht mehr, wenn Sie nach dem entsprechenden Begriff suchen.

Der Nachteil daran ist, dass es zunächst einmal Zeit braucht, um alte Dateien durchzutaggen. Um Zeit und Speicherplatz zu sparen, können Sie sich überlegen, nur Bilder aufnehmen, die nicht innerhalb weniger Sekunden gegoogelt werden können (so wie berühmte Sehenswürdigkeiten). Vor allem Cliparts und Umrissbilder sind nicht so ohne weiteres online zu finden.

Ob sich Tags für Sie lohnen, hängt natürlich auch davon ab, wie groß Ihre Sammlung ist. Bei 20 Bildern lohnt es sich eher nicht – andererseits werden es vielleicht ja noch mehr…

Backups

Je größer Ihre Sammlung wird, desto schmerzhafter ist ein Verlust, zum Beispiel durch Laptop-Diebstahl oder eine durchgeschmorte Festplatte. Daher sollten Sie sich auch über Backups Gedanken machen. Dafür bieten sich zwei einfache Möglichkeiten an:

  1. Die Cloud. Bei dieser Variante lagern Sie Ihre Bilder gar nicht erst auf der Festplatte, sondern speichern Sie online, in einer Cloud (Zum Beispiel Google Drive). Auch Picasa bietet übrigens die Sicherung der Daten in einer Cloud an, in dem Fall wären die Bilder jedoch zusätzlich zum eigenen PC in der Cloud abgelegt.
    Vorteile: Sie können auch von Schulcomputern (natürlich nur mit Ihrem Benutzernamen und Passwort für die Cloud) auf das Material zugreifen. Außerdem müssen Sie das Backup nicht ständig aktualisieren, die Cloud ist ja gleichzeitig Speicherort und Backup. Und es gibt gute kostenlose Clouds.
    Nachteile: Clouds haben im Normalfall weniger Speicherplatz als eine typische Festplatte, je nach Größe Ihrer Sammlung könnte es knapp werden.
  2. Eine externe Festplatte. Hierbei kopieren Sie regelmäßig die Ordner, die Sie sichern wollen, auf eine externe Festplatte, die per USB an den Computer angeschlossen wird. Deswegen ist es so wichtig und praktisch, alles in einem übergeordneten Ordner zu haben.
    Vorteile: Externe Festplatten haben sehr viel Speicherplatz, sodass Sie normalerweise Ihre gesamten PC-Inhalte damit sichern können.
    Nachteile: Sie müssen um die 50-80 Euro für eine externe Festplatte ausgeben. Zudem müssen Sie die Backups regelmäßig durchführen. Externe Festplatten können natürlich auch kaputt gehen.

Egal, für welche Methode Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass Sie irgendeine Form von Backups machen (das gilt natürlich für Ihr Material insgesamt, nicht nur für Bilder). Es wäre schade, wenn Sie die vielen Stunden Arbeit, die Sie in die Materialsuche und -organisation gesteckt haben, wiederholen müssten.

Wie sortieren Sie Ihre Bilder? Haben Sie einen Trick, der hier noch nicht gelistet ist? Erzählen Sie mir und den anderen Lesenden in den Kommentaren davon!